Wie sich Agenturen immer wieder ins Abseits schießen

Warum hört mich keiner - Foto (c) kallejipp / photocase.de
Warum hört mich keiner – Foto (c) kallejipp / photocase.de

Nein, es ist kein Beitrag zur bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, nur weil ich das Wort „Abseits “ im Titel verbraucht habe. Vielerorts wird darüber diskutiert, ob man einen Blogger kaufen kann, beispielsweise auf der re-publica in Berlin in diesem Jahr. Nein, Blogger kann man nicht kaufen – man kann nur dafür sorgen, dass man gut mit einander arbeitet und für beide Seiten eine Win-Win-Situation herstellt. Und dabei geht es nicht um den monetären Ausgleich.

Täglich erreichen mich Anfragen, die meinen Blog soooooo toll finden und gerne ihr Produkt dort platziert sehen wollen. Von Beginn an wird geduzt, als hätte man schon zusammen das eine oder andere Projekt gestemmt, wäre zusammen auf die Schule gegangen oder kennt sich aus dem Kindergarten. Ist aber eher selten der Fall.

Wenn man jedoch darüber spricht, dass es sich dabei um ein Advertorial / Anzeige / Sponsored Post handelt, der ebenso gekennzeichnet ist, verstummt die Gegenseite. Ich kann es nicht oft genug wiederholen. Dies sollten sich alle Agenturen einmal zu Gemüte führen. Und wer dann ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit hat, meldet sich auch wieder. Die Kunden, die das verstanden haben, gibt es.

Dabei sind es oft die großen Agenturen, die möchten, dass man zu einer Shoperöffnung kommt. Diese findet jedoch 400km weit weg. Anreise etc. möchte man doch bitte selbst organisieren. Da hört für mich wirklich der Spaß auf. Wenn mich ein Thema für einen meiner Blogs interessiert und dieses zur Zielgruppe passt, man ohnehin in der Nähe ist, dann kann ich da gerne vorbeigehen und darüber schreiben. Es muss aber kein positiver Bericht sein. Nur weil man Eintrittskarten oder ein Häppchen bekommen hat. Diese Einstellung ist bei vielen Agenturen leider noch nicht angekommen.

Wir sind nicht an einem monetären Austausch interessiert – viel lieber möchten wir, dass über unsere Produkte ehrlich berichtet wird

Das finde ich eine interessante Betrachtungsweise. Warum sollte man nicht objektiv über etwas berichten, wenn man für das Advertorial bezahlt wurde. Wenn ich beispielsweise den Nutzen einer Kamera für Kinder nicht sehe und dies berichte, ist es ja objektiv. Da ist dann beiden Seiten geholfen. Bei Reise- und Modeblogs scheint es schon ein wenig gefruchtet zu haben. Es wird Zeit, dass sich das auch auf andere Bereiche ausdehnt.

Es ist nie zu spät für eine gute Zusammenarbeit. Dies beruht aber auf Gegenseitigkeit.

Foto (c) kallejipp / photocase.de

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