Reich ich euch den kleinen Finger – nehmen PR-Agenturen gleich beide Hände

… und dann kann ich nicht mehr schreiben

In letzter Zeit häufen sich Blogposts, Expertenbeiträge etc. um das Thema Bloggerrelations – wie man denn nun schön mit den Bloggern, diesen Amateuren, zusammenarbeiten kann, was man dafür zahlen muss – am besten nichts, denn sie bekommen ja die 1000mal durchgewirbelte PR-Meldung zum Fraß vorgeworfen. Was, darüber magst du nicht berichten? Selber schuld.

Das könnte ganze Bücher füllen. Gerade kam das Buch „Think Content!“ von Miriam Löffler auf den Mark. Ein dicker Wälzer, dem ein Hardcover-Umschlag gut zu Gesicht gestanden hätte, aber das kostet extra. Nimmt man sich diesen Soft-Cover-Backstein aber mehrmals zur Hand – und das sollte man wirklich tunt, denn es sind sehr lesenswerte Tipps, Fallbeispiele etc. enthalten, sieht er schon kurz drauf etwas schäbig aus. Aber das ändert nichts am tollen Inhalt.

Es zeigt auf, wie wichtig guter Content ist. Zuerst der Inhalt, dann das Design. Gut, mag man drüber streiten, ob man nicht zuerst eine gute Seite bastelt, die passt, dann würde man auch später nicht mehr so viel SEO-Arbeit haben, sagen die einen. Das läuft dann von alleine. Aber es stimmt nun mal, ohne gute, echte, authentische Inhalte geht nun einmal nichts.

Und das klappt nicht mit mehrmals durchgequirlten, abgenudelten Pressemitteilungen, die eh schon grottenschlecht formuliert sind. Es soll doch zum Inhalt der bisherigen Blogbeiträge und zur Zielgruppe gehören. Da kann ich das nicht 1:1 übernehmen. Blind schon mal gar nicht.

Bloggen ist nun einmal Arbeit. Gutes Bloggen kostet Zeit und damit auch Geld. Recherchieren ist angesagt, wenn man vor allem technische Infos weitergeben möchte. Diese Zeit zahlt einem keiner.

Und dann sind da noch die unsäglichen, wirklich schlimmen Anfragen von Agenturen, die meinen, man würde sofort anbeißen, wie Eric-Oliver in seinem Blogbeitrag treffend zusammengefasst hat. Gestern hatte ich hier ja schon geschrieben, dass diese Anfragen immer in Wellen kommen. Immer aus dem Nichts. Ohne Grund. Ohne Vorwarnung. Manchmal fühlt man sich wie auf einem Basar, darüber hatte ich vor zwei Jahren schon geschrieben. Viel geändert hat sich seither nichts. Wahrlich nichts. Es ist eher nur noch schlimmer geworden.

Wir Textschreiberlinge, Blogger, Online-Redakteure und wie man so heißt, brauchen einen Qualitätsstandard, an dem man sich messen lassen kann. Es stimmt, erwähnt man, dass man Online-Redakteur oder gar Blogger ist, ist es häufig mit einem ernstzunehmenden Gespräch vorbei. Woran liegt das? Taugt derjenige nichts, der „nur“ für Online-Medien schreibt?

Es ist richtig, dass man seinen Wert ermitteln soll – auch wenn es zu Anfang schwerfällt und einiges an (unbezahlter) Zeit und Kraft erfordert. Es kann sich lohnen. Und reicht nicht PR-Agenturen bei der ersten Anfrage den kleinen Finger. Das kann nach hinten losgehen.

 

2 thoughts on “Reich ich euch den kleinen Finger – nehmen PR-Agenturen gleich beide Hände”

  1. zuerstmal danke fürs verlinken 🙂
    Und ja es stimmt schon, wenn man in unseren Breitengraden sagt, dass man Blogger ist wird das Gesicht verzogen. Das ist halt weil man dazu keine Ausbildung braucht. In unserer Gesellschaft sind Papierauszeichnungen und Diplome das wichtigste und eine Bloggerschule gibt es ja nicht. Wir Blogger lernen mit der Erfahrung und den Jahren. Eine Blogger-Jungfrau wird nie so gut schreiben, einen guten Blog haben wir jemand der das schon seit Jahren tut.
    Leider tun wir Blogger selten unsere erfolge öffentlich sagen. wenn jemand täglich 10’000 leser hat sagt er das nicht wirklich sodern geniesst es. und darum gibts viele blogger die haben mehr leser als ein journalist eines stern/spiegel journal. aber dort wird bei jeder gelegenheit ihre zahen kommunziert – wir hier aber weniger…

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