Wenn man ein Projekt verkaufen will…

… kann man die interessantesten Anfragen erleben. Aus Zeitgründen möchte ich mich von einem Internetprojekt trennen, in das ich viel Herzblut und Zeit gesteckt habe. 1998 ging es bereits an den ersten Start, damals noch bei AOL auf einem kostenlosen Speicherplatz. Kurz drauf unter eigener Domain, mit eigenem Logo etc. Über die Jahre konnte ich einen festen Leser- und Kundenstam, aufbauen, mehr als 11.000 ausführliche Artikel sind in der Zeit zusammengekommen und jetzt meint man, alles für 99 Euro zu bekommen.

Eine Bewertung von Webprojekten ist nicht einfach. Ich habe keinen Online-Shop mit Lager, sondern „nur“ treue Leser, einige Tausend Newsletter-Empfänger, feste Werbekunden, die nicht auf blinkenden Bannerballast stehen, ein Longtail von vielen Tausend Artikeln. Alleine wenn man für jeden der Artikel und Newsletter-Empfänger nur einen symbolischen Euro zahlt, müsste das Angebot größer als 99 Euro ausfallen. Zudem bekommt der Käufer zwei eingeführte Domains, die Datenbank, die Werbekundenkontatke etc.

Aber hierzulande ist immer Basarmentalität angesagt. Nichts gegen einen Basar, aber auf dem sind wir nicht. Ich erwarte von jemandem. der ernsthaftes Interesse hat, sich in die Materie einzuarbeiten und ein ernsthaftes Angebot abzugebe, das höher liegen muss als das Hosting der zwei Domains für ein Jahr. Soviel sollte klar sein.

 

Domainbewertung

Es ist ja so, dass eine Domain auch einen bestimmten Wert hat. Wurden die Seiten gepflegt, stieg die Reputation der Seite. Man kann sich einen ersten Eindruck über den Wert der Domains hier verschaffen. Ich habe es für beide Domains gemacht, die in dem Projekt enthalten sind. So wären ganz grob geschätzt (bei wenigen Besuchern im Monat) rund 8.000 Euro für die Domains fällig. Klingt vielleicht auf den ersten Blick viel, ist es aber im Grunde nicht. Möchte jemand das Projekt weiterführen, ist die Domain und Reputation vorhanden und eingeführt. Man tut sich damit leichter als mit einem ganz neuen, leeren Projekt im selben Themenbereich.

„Und, sag mal, wieviel verdienst du damit, dann kann ich dir ein Angebot machen“

Nun, ich plakatiere nicht meine BWA auf der Seite – ich habe eine Verschwiegenheitserklärung – erhalte ich diese vom Interessenten gegengezeichnet zurück, kann er sich ausgiebig in den Zahlen umsehen. Möchte man diese nicht unterschreiben, gibt es nun einmal keine weiteren Zahlendetails. Soweit klar?

„Oh, wenn ich keine Zahlen sehen kann, schau ich mich weiter um“.

Genau. Viel Spaß.

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